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  • Janina Vitale

Die Macht der Glaubenssätze in Beziehungen.

"Ich bin nicht liebenswert!" Wie Glaubenssätze unsere Beziehungen beeinflussen.


Glaubenssätze, seien es unterstützende ("Am Ende wird alles gut!") oder einschränkende ("Ich schaffe das nie!"), bilden das Fundament für unser Verhalten und unsere Kommunikationsmuster. Dadurch haben sie einen enormen Einfluss auf unsere Beziehungen.


Glaubenssätze sind tief verwurzelte Überzeugungen über uns selbst und die Welt, die wir im Laufe unseres Lebens durch bestimmte Erfahrungen verinnerlicht haben. Sie beeinflussen, wie wir die Welt wahrnehmen, uns selbst sehen und mit anderen interagieren. Glaubenssätze wirken sich auf unser Verhalten aus. Sie erzeugen in uns eine Erwartungshaltung, die wir oft unbewusst immer wieder zu bestätigen suchen. Habe ich zum Beispiel verinnerlicht, dass "Menschen mich auf den ersten Blick als unsympathisch empfinden", wirkt sich diese Überzeugung auf mein Verhalten aus. Vielleicht wirke ich aus dieser Haltung heraus beobachtend und skeptisch, was wiederum beim Gegenüber ein Gefühl von Unsicherheit auslösen kann und ein ähnlich vorsichtiges und zurückhaltendes Verhalten erzeugt. An dieser Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz. Man wird scheinbar darin bestätigt: "Menschen mögen mich erst einmal nicht."



Häufig laufen die Prozesse, die auf negativen Überzeugungen beruhen, unbewusst ab. Bestimmte eigene Verhaltensmuster sind manchmal schwer auf diese Glaubensätze zurückführen. Es braucht manchmal etwas Unterstützung, um sie aufzuspüren und zu erkennen. "Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden." ist eine Überzeugung, die hin und wieder in der Praxis zu Tage tritt. Ein Mensch der diesen Glaubenssatz hat, könnte dazu neigen, sich stets ungeliebt zu fühlen, selbst wenn der Beziehungsmensch seine Liebe augenscheinlich deutlich zeigt. Das kann zu Konflikten führen in denen sich das Gefühl der Ohnmacht breit macht.


Wie können wir hinderlichen Glaubenssätzen in der Paartherapie begegnen?


Wenn wir anfangen, die Rollen, Muster und Überzeugungen über uns selbst aus einer beobachtenden Perspektive wahrzunehmen, hilft das, einen flexibleren Umgang mit ihnen zu finden. Als Paartherapeutin verstehe ich die Auseinandersetzung mit tief sitzenden, einschränkenden Glaubenssätzen als wichtigen Bestandteil des therapeutischen Prozesses:

1. Bewusstwerdung

Der erste Schritt besteht darin, sich seiner eigenen Glaubenssätze bewusst zu werden. Das kann durch gezielte Fragen und Beobachtung des eigenen Verhaltens geschehen. Von was muss ich überzeugt sein, damit ich mich so verhalte? Durch was, wen oder wie wird mein Verhalten ausgelöst?


2. Hinterfragen der Glaubenssätze

Sobald ein Glaubenssatz identifiziert ist, habe ich die Möglichkeit, ihn zu hinterfragen und alternative Perspektiven zu erkennen. Wann ist er entstanden? Wozu hat er mal gedient oder wovor hat er mich vielleicht geschützt? Was finde ich an dem Gedanken glaubwürdig und was nicht? Ist diese Haltung heute hinderlich und belastend?


3. Integration neuer Glaubenssätze:

Aus einem anderen Blickwinkel lassen sich während gemeinsamer Sitzungen neue, konstruktivere Glaubenssätze entwickeln und verinnerlichen. Welchen Gedanken könnte man hinderlichen Überzeugungen gegenüberstellen?



Die Bedeutung von Glaubenssätzen in Beziehungen zu erkennen und sie konstruktiv anzugehen, kann einen tiefgreifenden Einfluss auf die Dynamik und das Wohlbefinden eines Paares haben. Mein Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, nicht nur ihre Kommunikationsmuster zu verbessern, sondern auch ihre einschränkenden inneren Überzeugungen und Selbstbilder zu transformieren. Durch diesen Prozess können Beziehungen gestärkt und eine tiefere Verbindung zwischen den Beziehungsmenschen gefördert werden. Dieser Prozess kann auch in Einzelsitzungen und für Singles sehr erkenntnisreich und hilfreich sein.


Glück auf,

eure Janina


P.S.: Bitte denkt daran, dass ein so kurzer Beitrag immer nur einen kleinen Einblick in ein komplexes Thema geben kann.

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